
Der Bart sagt viel über einen Mann. Gut getragen, strukturiert er das Gesicht und unterstreicht die Erscheinung; vernachlässigt, lässt er älter und müder wirken. Und unter den Haaren liegt eine Haut, die man fast immer vergisst. Hier das Wesentliche, von der Sonne bis zur Kontur.
Schützt er wirklich vor der Sonne?
Ja, teilweise. Messungen der Universität von Queensland zeigen, dass ein Bart je nach Dichte, Länge und Sonnenstand 50 bis 95 % der UV-Strahlen abhält*. Das ist real, aber ungleichmäßig: Die freien Zonen, von den Wangenknochen über die Nase bis zur Stirn und der Augenpartie, bleiben ausgesetzt, und ein dünner Bart lässt die Strahlen durch. Auf die freie Haut trägt man daher einen Gesichts-SPF auf, dessen Herrenempfehlungen in unserer SPF-Ausgabe standen. Und um Bart und Haare vor der Sonne zu schützen, eignet sich ein Haarspray wie das René Furterer Fluide d'Été Protecteur SPF50 das seinen Zweck erfüllt, in einem leichten Sprühstoß, niemals mit fettiger Creme auf dem Haar. Der Bart hilft, aber er ersetzt den Schutz nicht.
Die tägliche Pflege
Ein schöner Bart wird gewaschen und genährt, wie die Haare. Man reinigt ihn mit einem Bartshampoo, denn Duschgel trocknet ihn aus, zwei bis drei Mal pro Woche. Man nährt ihn mit einem Bartöl oder einem Bartbalsam, der das Haar geschmeidig macht, den Juckreiz beruhigt und die widerspenstigen Haare bändigt, wie dasBartöl von Horace, natürlich und erschwinglich. Anschließend bändigt man ihn mit einer Bürste aus Wildschweinborsten, wie jene von Plisson 1808, einem französischen Haus, von Hand gefertigt und aus Frankreich geliefert. Bleibt der Punkt, den man immer vergisst: die Haut darunter. Ohne Pflege juckt sie, schuppt und bildet jene berüchtigten „Bartschuppen“. Der Reflex besteht darin, sie wie den Rest des Gesichts zu reinigen und mit Feuchtigkeit zu versorgen, und ein gutes Bartöl, reich an Jojoba und Argan, nährt im Übrigen das Haar ebenso wie die Haut. Sie ist es, die einen gesunden Bart ausmacht.
Die Form: die Kontur macht alles
Ein voller, aber schlecht abgegrenzter Bart wirkt unordentlich. Alles entscheidet sich an zwei Linien: jener am Hals, auf Höhe des Adamsapfels, weder zu hoch noch zu tief, und jener an den Wangen, sauber, dem natürlichen Wuchs folgend. Man pflegt sie alle zwei bis drei Tage, und für die erste Formgebung geht nichts über einen guten Barbier. In Paris mangelt es nicht an erstklassigen Adressen, vom Le Cercle Delacre bis zur La Barbière de Paris über Gentlemen 1919. Ein Besuch gibt die Linie vor, die man anschließend zu Hause pflegt.
Lücken füllen: Transplantation und Dermopigmentierung
Für einen schütteren oder ungleichmäßigen Bart gibt es zwei medizinische Optionen. Die Barttransplantation per FUE-Technik verpflanzt echte Haare, um dauerhaft zu verdichten, bei Spezialisten wie dem Dr Ralph Abbou oder dem Centre Racine Carrée. Die Dermopigmentierung wiederum erzeugt einen Dichteeffekt ohne Operation, durch Mikropigmentierung, unter anderem angeboten im CMCC Paris. Das sind ernsthafte Eingriffe, die reiflich zu überlegen und erfahrenen Händen anzuvertrauen sind: Man informiert sich, vergleicht und überstürzt nichts.
Ein Bart fällt auf, doch die Haut darunter wird vernachlässigt. In sechzig Minuten pflege ich die Haut des gesamten Gesichts, den Bart eingeschlossen: klar, beruhigt, ohne Juckreiz und ohne Rötung.
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* Parisi AV et al., « Dosimetric investigation of the solar erythemal UV radiation protection provided by beards and moustaches », Radiation Protection Dosimetry, 2012.

